SPD Gera

Landrätin muss bei Musikschule handeln

Bildung & Kultur

Offener Brief an die Landrätin des Landkreises Greiz

Weitere finanzielle Beteiligung des Landkreises Greiz an der Musikschule Gera zur Sicherung der Musikausbildung für Bewohner des Landkreises Greiz

Sehr geehrte Frau Landrätin Schweinsburg,

mehrere Eltern haben sich in großer Sorge an mich gewandt. Durch ein Schreiben der Stadt Gera wurden sie über die Kündigung des Vertrages zwischen der Stadt Gera und dem Landkreis Greiz über die Mitfinanzierung des Musikschulunterrichtes für Musikschülerinnen und Musikschüler des Landkreises Greiz an der Musikschule Gera informiert. Damit einher geht für die Musikschülerinnen und Musikschüler aus dem nördlichen Landkreis Greiz eine deutliche Steigerung der Gebühren. Meiner Kenntnis nach betrifft dies ca. 170-200 Musikschülerinnen und Musikschüler und deren Familien aus dem Landkreis Greiz.

Ihre Entscheidung, sehr geehrte Frau Schweinsburg, zur Aufkündigung des seit der Wiedervereinigung bestehenden Vertrages trifft die Familien aus dem nördlichen Kreisgebiet besonders hart und unvorbereitet.

Der Aufbau einer Außenstelle der Musikschule Greiz, wie von Ihnen im Osterlandgymnasium angedacht, ist in jedem Fall für Alle mit höheren Kosten als bisher verbunden.

Allein anfallende Fahrtkosten und die zu bezahlenden Fahrtzeiten, die den Musikschullehrerinnen und Musikschullehrern nicht aufgebürdet werden können, werden dazu führen. Darüber hinaus wird die Instrumentenauswahl drastisch eingeschränkt!

Die von ihnen im Presseartikel in der OTZ vom 28.09.2019 genannten Vergleiche sind nicht stichhaltig. Das Kreisgebiet um die Stadt Gera ist in vielfältiger Hinsicht mit der Stadt Gera verwoben. Sie selbst haben dies erst kürzlich zum Thema Verkehr unterstrichen. Es ist ein Geben und Nehmen, für das Ihre angeführte Aufrechnung nicht taugt.

Um eine Lösung für die Betroffenen Familien zu finden ist sie völlig ungeeignet!

Auch der mit anderen Musikschulen im Vogtland praktizierte unentgeltliche Austausch von Schülern, der sich auf nicht in der Musikschule Greiz unterrichtete Instrumentalfächer bezieht, ist als Argument nicht geeignet. Dem Artikel in der OTZ ist weiter zu entnehmen, dass die Stadt Gera zu weiteren Gesprächen bereit ist, um eine einvernehmliche Lösung zu erreichen.

Nicht beantwortete Elternbriefe und Ihr Entwurf des Nachtragshaushaltes 2020 zeigen, dass sie eine einvernehmliche Lösung ablehnen.

Darüber hinaus wollen Sie die bisher eingesetzten Zuschüsse von 50.000 Euro für Gera und 17.900 Euro für Zeulenroda noch nicht einmal für diesen, von Ihnen geplanten Aufbau einer Zweigstelle im Osterlandgymnasium einsetzen.

Das drückt eindeutig Ihre mangelnde Wertschätzung für die Familien im nördlichen Kreisgebiet aus, die Ihren Kindern eine sinnvolle und ansprechende Freizeitbeschäftigung ermöglichen wollen und darüber hinaus unverzichtbare Talente fördern. Wir haben mit der Vogtland-Philharmonie Greiz-Reichenbach ein Orchester, das diese Talente in besonderer Weise präsentiert.

Sehr geehrte Frau Schweinsburg,

dass Sie auf Grund möglicher persönlicher Befindlichkeiten mit der Stadt Gera die Bürgerinnen des Landkreises Greiz die „Suppe auslöffeln lassen“ ist nicht notwendig.

Ich fordere sie auf, umgehend mit der Stadt Gera in Verhandlungen über den Abschluss einer Vereinbarung zur weiteren Mitfinanzierung der Musikschule Gera für Musikschüler des Landkreises Greiz ab dem 1.1.2020 zu treten.

Die Finanzierung der notwendigen Ausgaben kann der Kreistag Greiz mit Beschluss des Nachtragshaushaltes sicherstellen. Die Mittel können zur Verfügung gestellt werden, ohne Einschnitte bei anderen freiwilligen Leistungen vornehmen zu müssen.

Ich werde dazu einen Änderungsantrag einbringen, wenn der genaue Betrag für eine Weiterförderung fest steht. Ich hoffe auf eine rasche Einigung im Interesse der Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises.

Bitte leiten Sie meinen Brief an die Mitglieder des Kreistages des Landkreises Greiz weiter.

Heike Taubert

Mitglied des Kreistages Greiz

 

Homepage Heike Taubert

 

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