SPD Gera

Rede am 04.06.2020 zur Vorhabenbezogener Bebauungsplan VB/94/20 "Vitalpark Coryllishöhe"

Stadtrat

Sehr geehrte Damen und Herren,

den Standort des ehemaligen Russenkrankenhauses, wie die Geraer damals sagten, kenne ich sehr gut, denn ich bin in dem Stadtteil aufgewachsen und habe als Jugendlicher dort mit den Wachsoldaten Zigaretten getauscht. Vielleicht bin ich deshalb Nichtraucher geworden.

Wenn Sie nun davon ausgehen, dass ich für das Vorhaben bin, liegen Sie falsch, denn es gibt nach meiner Überzeugung ganz entscheidende Argumente, die gegen eine Bebauung an der Stelle sprechen. Diese will ich kurz skizzieren:

1.   In allen wichtigen Grundlagenplanungen der Stadt ist das Ziel definiert, dass Bauvorhaben an          integrierten innerstädtischen Standorten erfolgen sollen. Deshalb steht das Vorhaben der Entwicklungskonzeption Wohnen genauso entgegen, wie dem Flächennutzungsplan und der Regionalplanung, in denen die Nutzungsart Wald bzw. Forst ausgewiesen ist.

2.  Es handelt sich jedoch darüber hinaus sogar um ein Landschaftsschutzgebiet, das unmittelbar an das Flächennaturdenkmal Zwerghöhlen grenzt. In diesem Gebiet ist nicht nur die Erneuerung von fünf mehrgeschossigen Ruinen, sondern drei zusätzliche dreigeschossige Gebäude mitentsprechender Versiegelung für vermutlich insgesamt über einhundert Bewohner und Beschäftigte beabsichtigt.

3.  Die bisher in weiten Teilen nicht gesicherte Erschließung soll u.a. über den Ausbau des Weges erfolgen, der quasi über dem Untermhäuser Friedhof entlang bergauf führt. Eine weitere Störung der Friedhofsruhe wäre vorprogrammiert.

4.  Aber nicht nur in unmittelbarer Umgebung sind Konflikte abzusehen. Die Schelling- und die Juliot-Curie-Straße gehören jetzt schon zu den Straßen mit starkem Lärm. Deren Anwohner sollen nach dem Lärmaktionsplan der Stadt entlastet und nicht belastet werden. Doch hat die Stadt zwar nach der Wende die Untermhäuser Brücke für den Fahrzeugverkehr gesperrt, aber keinen Ersatz wie die nördliche Elsterquerung geschaffen. Stattdessen werden schon die Bauvorhaben Schloß Osterstein und gegenüber den Zwerghöhlen in der Untermhäuser Straße zusätzlichen Fahrzeugverkehr zur Folge haben. Weiterer Besucher- und Lieferverkehr würde die Situation entgegen der Stadtplanung weiter verschlechtern.

5.  Das Gleiche gilt für die Einmündung Theaterstraße/Curiestraße, die jetzt schon in Spitzenzeiten völlig überlastet ist.

6.  Natürlich kann man beim Betrachten der Ruinen und der Geschichte des Standortes in Nostalgie geraten. Doch es besteht kein Denkmalschutz, es geht mehrheitlich um Neubauten und um eine kommerzielle Nutzung. Nicht ausgeschlossen ist dabei, dass auch Pflege dort stattfinden wird, die einer Zuzahlung aus dem Sozialetat der Stadt bedarf. So etwas hat der Stadtrat an anderer Stelle abgelehnt.

7.  Schließlich ist der Vorhabenträger u.a. durch das Untermhäuser Biermannquartier bekannt, wo nach jahrelangen Bemühungen der Stadt ein Bebauungsplan beschlossen wurde, damit Bauplanungsrecht geschaffen, aber bis heute kein Bau in Sicht ist.

Jedes einzelne dieser Argumente sollte das Projekt in Frage stellen. Alle Argumente zusammen verbieten nach meiner Überzeugung das Vorhaben. Wenn der Stadtrat dem zum Trotz heute einen Einleitungsbeschluss fasst, gehe ich davon aus, dass spätestens die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und die Erschließungskosten das Projekt stoppen werden. Und das wäre überhaupt nicht schlimm für Gera, vielmehr könnten und sollten wir das sofort erledigen.

 

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