SPD Gera

Thüringer Wirtschaftswachstum hat sich 2015 wieder beschleunigt

Arbeit & Wirtschaft

Der Wachstumskurs der Thüringer Wirtschaft hat sich im Jahr 2015 fortgesetzt und zuletzt sogar wieder beschleunigt. „Nach einem eher durchwachsenen ersten Halbjahr hat die Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee mit Blick auf aktuelle Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt, die das Landesamt für Statistik heute vorgelegt hat.

Demnach ist die Wirtschaftskraft im Freistaat im Gesamtjahr 2015 um 1,1 Prozent gewachsen – hat also nach 0,4 Prozent im ersten Halbjahr noch einmal deutlich zugelegt. Tiefensee: „Das Ergebnis hat die Konjunkturerwartungen übertroffen. Die erfreuliche Nachricht lautet: Die wirtschaftliche Leistungsbilanz Thüringens ist unter dem Strich deutlich positiv.“ Es gebe auch in Thüringen einen stabilen Wachstumstrend bei weiter sinkender Arbeitslosigkeit und steigender sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung.

Im Vergleich der Bundesländer gab es große Unterschiede bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Das Spektrum reicht von Baden-Württemberg mit 3,1 Prozent Wachstum bis zu Nordrhein-Westfalen, wo die wirtschaftliche Entwicklung stagnierte. Thüringen konnte sich hier zumindest im Mittelfeld behaupten.

Mit diesem Ergebnis sieht der Minister auch alle jene Kritiker widerlegt, die das schwache wirtschaftliche Abschneiden im ersten Halbjahr 2015 auf bestimmte politische Entscheidungen der rot-rot-grünen Landesregierung zurückführen wollten. „Da sich die Konjunktur wieder beschleunigt hat, können wir ja nicht so viel falsch gemacht haben“, sagte Tiefensee. Er bleibe allerdings dabei: „Das weltweite wirtschaftliche Umfeld und die Wachstumsperspektiven sind unsicher. Weitere Belastungen für die Thüringer Wirt­schaft darf und wird es deshalb mit uns nicht geben.“

Wirklich zufriedenstellend sei die Wirtschaftsentwicklung in Thüringen noch nicht, betonte der Minister. Auffällig sei insbesondere die anhaltende Wachstums­schwäche im Baubereich, die durch die wenig dynamische Industrieentwick­lung nicht kompensiert werden konnte. Hier gebe die sehr gute Auftragsentwicklung am Jahresanfang allerdings Anlass zu der Hoffnung, dass dem schlechten Jahr 2015 ein besseres 2016 folgen werde.

Stabilisierend habe die Bruttowertschöpfung im Diensleistungssektor gewirkt, die um immerhin 1,7 Prozent zugelegt hat. Auch die Binnenkonjunktur habe sich angesichts der positiven Beschäftigungsentwicklung und der vergleichsweise hohen Einkommenszuwächse als Konjunkturstütze erwiesen, sagte Tiefensee. Andererseits wirkten die rückläufige Bevölkerungsentwicklung und der zunehmende Fachkräftemangel tendenziell als Wachstumsbremse.

Aufgabe des Landes sei es deshalb, gute Rahmenbedingungen für Investitionen, Wachstum und neue Arbeitsplätze zu schaffen, betonte der Minister. „Als Wirtschaftsministerium unterstützen wir die unternehmerischen Aktivitäten – trotz rückläufiger EU-Mittel und Einschränkungen durch das Beihilferecht – auch in den kommenden Jahren durch eine gezielte Technologie- und Investitionsförderung.“ Allein für die Wirtschaftsförderung stellt das Land rund 150 Millionen Euro pro Jahr aus EU-, Bundes- und Landesgeldern zur Verfügung.

Große Wachstumschancen für die Industrie sieht der Wirtschaftsminister darüber hinaus auch in einer stärkeren Außenorientierung – die Exportquote der Thüringer Industrie lag in 2015 mit 33 Prozent nicht nur deutlich hinter dem deutschen (49,4 Prozent), sondern auch um 4,6 Prozentpunkte unter dem ostdeutschen Durchschnitt (37,6 Prozent) – sowie in der Digitalisierung. Die Landesregierung gehe diese Themen mit dem gerade vorgestellten „Aktionsprogramm für die Wirtschaft 4.0 in Thüringen“ und der im Herbst letzten Jahres runderneuerten Außenwirtschaftsstrategie offensiv an und biete der Wirtschaft zahlreiche Unterstützungsangebote.

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft

 

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